Aus echten Rezensionen von The Gamer.

Ich bin ständig unterwegs. Ob ich nun auf Geschäftsreisen bin, um Spieleentwickler zu besuchen, oder mit dem Zug ans andere Ende des Landes fahre, um eine Woche lang zu wandern – ich muss mich unterwegs unterhalten können. Da die Akkulaufzeit sowohl meines Steam Decks als auch meiner Nintendo Switch – beides an sich tolle Geräte – miserabel ist, packe ich jetzt stattdessen meinen Nintendo 3DS ein.

Ich genieße zwar die nostalgischen Erinnerungen, die mir mein 3DS beschert, und nutze jede Gelegenheit, Pokémon SoulSilver erneut zu spielen, aber manchmal habe ich auch Lust auf modernere Spiele. Oder vielleicht einen Film.

RayNeo Air 2S im Einsatz in einem Flugzeug

Hier kommt die RayNeo Air 2S ins Spiel. Eine klobige Sonnenbrille, die selbst die Blues Brothers erröten lassen würde; sie verbirgt winzige Projektoren, die die Gläser in riesige Fernsehbildschirme verwandeln.

Der erste Eindruck ist gut. Die Verpackung wirkt hochwertig und ist größtenteils recycelbar. Die Brille selbst ist unglaublich leicht – angeblich nur 78 g –, was sie etwas billig erscheinen lässt, aber sie trägt sich sehr angenehm. Man möchte ja schließlich nicht mit einem VR-Headset im Zug sitzen, oder?

Die Einrichtung bewirkt genau das Gegenteil. Frustrierenderweise funktionierte die RayNeos weder an zwei Smartphones (Google und Honor) noch an einem Laptop (MSI). Auch das Herunterladen einer App brachte keine Verbindung. Die Bedienungsanleitung ist sehr dürftig: Sie zeigt lediglich den Ein-/Ausschalter und die Kabelanschlüsse (überraschenderweise der einzige USB-C-Anschluss).

RayNeo Air 2S wird im Bett verwendet

Nach stundenlangem Ausprobieren weigerten sich die Brillen, eine Verbindung herzustellen. RayNeo stellte mir jedoch auch Pocket TV zur Verfügung, das sofort funktionierte. Das Gerät selbst ist etwa so groß wie eine kleine TV-Fernbedienung und funktioniert, wenn es an die XR-Brille angeschlossen ist, genau wie diese. Es ist eine Art Chromecast-System, mit dem man sich bei YouTube, Amazon Prime, Apple TV und Netflix anmelden und unterwegs seine Lieblingssendungen ansehen kann. Es ist ein tolles System mit ansprechendem Design, schade nur, dass der Klang nicht mithalten kann.

Trotz der verbesserten vier eingebauten Lautsprecher im Vergleich zum Basismodell ist der Klang immer noch nicht optimal. Er klingt blechern, hat wenig Bass und ist selbst im Flüstermodus für Personen in der Nähe hörbar (was den Klang für Sie selbst zusätzlich verschlechtert). Wenn Sie die XR-Revolution miterleben möchten, sollten Sie unbedingt Bluetooth-Kopfhörer verwenden.

Die Bildqualität ist zum Glück besser. Der 1080p-Bildschirm wirkt schärfer, als er tatsächlich ist, und die Qualitätseinbußen fallen nur bei besonders malerischen Videos auf. 4K-Drohnenaufnahmen von Hawaii? Naja, die sind nicht so toll. Aber wenn man einfach nur auf der Zugfahrt nach Bootle „The Office“ nochmal schauen will, wird man beeindruckt sein.

RayNeo Air 2S wird im Garten verwendet

Mein Kollege Eric Switzer hat XR-Gaming bereits in den höchsten Tönen gelobt, insbesondere in Verbindung mit einem Steam Deck, daher werde ich ihn hier nicht wiederholen. Das Air 2S verbindet sich erfreulicherweise problemlos mit dem Steam Deck, und die Bildwiederholfrequenz von 120 Hz sorgt für ein flüssiges Spielerlebnis. Allerdings birgt es dieselben Nachteile wie Fernsehen: allen voran die mangelhafte Tonqualität. Unterwegs muss man zudem die Akkulaufzeit des Steam Decks berücksichtigen.

Die RayNeo Air 2S bietet weitere Einsatzmöglichkeiten, die ich jedoch nicht testen konnte. Man kann seinen Desktop-Bildschirm spiegeln und auf eine Projektionsfläche projizieren. Außerdem lassen sich XR-Spiele auf dem Smartphone spielen, die die Augmented-Reality-Funktion der Brille nutzen. Die Technologie ist aber offensichtlich noch nicht ausgereift. Es gibt Probleme mit der Verbindung und dem Ton, und Anleitungen und Tutorials sind praktisch nicht vorhanden. Mit einigen Verbesserungen und einer besseren Einarbeitung könnten XR-Brillen die Zukunft der mobilen Unterhaltung sein. Doch so weit sind sie noch nicht.

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